INTERDISZIPLINARITÄT UND INTERNATIONALITÄT: Unsere Forschung

Das Fach Judaistik erforscht das Judentum in allen seinen Erscheinungsformen (Geschichte, Kultur, Religion) von der Antike bis zur Gegenwart unter Berücksichtigung der allgemeinen kulturellen und historischen Zusammenhänge. Ausgangspunkt ist die philologische und kulturwissenschaftliche Analyse seiner Quellen. Das Fach Judaistik untersucht das Judentum nicht als ein passives Objekt äußerer Einflüsse, sondern als aktiv handelnden Teil der menschlichen Kultur. Die Konzentration auf das Judentum als vielfältiges kulturelles Phänomen ermöglicht ein tiefer greifendes Verständnis, das an andere weitergegeben werden kann.

Die Forschungsbereiche, die die Kölner Judaistik gegenwärtig bearbeitet, sind neuartig. Sie unterscheiden sich stark von denen anderer judaistischer Einrichtungen in Deutschland und nehmen eine Schlüsselstellung zwischen der klassischen Judaistik und Semitistik und der Wissenschafts- und Philosophiegeschichte des Mittelalters ein. Sie umfassen folgende zwei Gebiete:

  • Spätantike, insbesondere der Bereich des rabbinischen Judentums.
    Auf diesem Gebiet beschäftigt sich das Institut aktuell mit der Dialektologie des Aramäischen speziell mit den lexikalischen und grammatikalischen Aspekten des ostaramäischen babylonischen Dialektes.

  • Mittelalterliche jüdische Wissenschaft, insbesondere Medizin in der sephardischen Welt.
    Dieser Bereich ist nicht nur für die Erforschung des mittelalterlichen sephardischen Judentums von zentraler Bedeutung, sondern überhaupt für die Erforschung des orientalisch-okzidentalischen Kultur- und Wissenstransfers des Mittelalters als auch für das Studium der Rezeption des antiken Wissens im Mittelalter.


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