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Kolloquium zur Jüdischen Geschichte im Sommersemester 2025

Dienstag, 16:00 – 17:30, 08.04.2025 - 15.07.2025 

Im Martin-Buber-Institut auf der 1. Etage im Raum 1.05

Das Ziel ist es, jüdische Geschichte aus transnationaler Perspektive – mit anderen Worten, nicht nur im Kontext eines bestimmten Landes, im Sinne der deutsch-jüdischen oder französisch-jüdischen Geschichte – zu betrachten. Die Vorträge werden um die Präsentation und Interpretation einer (oder mehrerer) Primärquellen entwickelt; der Text der Primärquelle(n) wird den Seminarteilnehmenden zur Vorbereitung der gemeinsamen Diskussion im Voraus zur Verfügung gestellt. Eine Teilnahme an der internationalen Konferenz zu „Jewish History and History of Emotions“ am Martin-Buber-Institut, 16.-17. Juni, ist erwünscht.

 

29. April 

Stefania Ragaù (Goethe-Universität Frankfurt)

Between Nationalism and Humanism: Methodology and Analysis of Some Primary Sources for a Counter-History of Zionism

 

6. Mai

 Jessica Marglin (University of Southern California)

Debating Jewish Nationhood in the 19th Century: The Case of Nissim Shamama (1805-73)

 

13. Mai

Andreas Pfützner (Universität zu Köln) 

Ritual Murder in Tiszaeszlár: Repercussions of an Antisemitic Scandal in the Habsburg Monarchy and Beyond (1882-1886)

 

20. Mai 

Vorstellung Masterarbeiten

Peer Pröve (Universität zu Köln) 

„Sehnsüchtig erwartet hier ein Jude den Frieden“: Kriegserfahrungen deutscher Juden im Spiegel von Feldpostbriefen aus dem Ersten Weltkrieg

Rabea Weil (Universität zu Köln)

„Warum schlagt ihr die Hand, die für euch zeugt?“ Das Selbstverständnis deutsch-jüdischer Menschen vor 1933 anhand der Biografie von Jakob Wassermann

 

27. Mai  

Annika Duin (Universität zu Köln)

Solidaritätsschattierungen. Projüdische Haltungen und emotionale Ausdrucksformen in Briefen zur „antisemitischen Schmierwelle“ von 1959/60

 

24. Juni 

Sasha Goldstein (Rijksuniversiteit Groningen)

Flora Sassoon (1859-1936) and the Role of Women in Transnational Jewish Philanthropic Networks

 

1. Juli

Julia Schneidawind (Ludwig-Maximilans-Universität München)

Gewalt gegen Frauen – Frauen gegen Gewalt: Jüdische Vorreiterinnen in der internationalen Frauenbewegung

 

8. Juli  

Noëmie Duhaut (University of Southampton)

Legal actors and the making of Jewish internationalism

 

15. Juli 

Vorstellung Masterarbeit

Medine Ergül (Universität zu Köln)

Identität unter Beschuss: Die Selbstwahrnehmung jüdischer Soldaten im Ersten Weltkrieg

Internationale Konferenz "Jewish History and the History of Emotions"

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Am 16. und 17. Juni 2025 veranstaltete das Martin-Buber-Institut für Judaistik die internationale Konferenz „Jewish History and the History of Emotions“. Ziel der Veranstaltung war es, Ansätze der historischen Emotionsforschung mit der jüdischen Geschichte der (frühen) Neuzeit zu verknüpfen und neue Forschungsperspektiven für eine Emotionsgeschichte des Jüdischen auszuloten.

Die historische Emotionsforschung bzw. Geschichte der Gefühle versteht Emotionen als historisch und kulturell geformte Phänomene. Sie untersucht, wie Gefühle diskursiv hervorgebracht, sprachlich vermittelt und historisch wirksam werden. Ein Beispiel hierfür bietet Abraham Geiger, der 1844 auf einer Rabbinerversammlung in Braunschweig betonte, dass Gebete in der Muttersprache eine tiefere emotionale Wirkung entfalten würden und deshalb für die Beibehaltung des Hebräischen im jüdischen Gottesdienst plädierte.

In sieben thematisch breit gefächerten Panels diskutierten internationale Forschende aus den USA, Israel, Großbritannien und Deutschland zentrale Aspekte der jüdischen Emotionsgeschichte. Der erste Konferenztag war den Themen „Lachrymose History“, „Of Love and Shame“ sowie „Emotional Regimes in Early Modern Religion“ gewidmet, gefolgt von Panels zu „Feelings of Belonging“, „Emotional Encounters, Mixed Feelings“, „Discourses of Family and Childhood“ und „Patriotic Feelings“ am zweiten Tag.

Den Höhepunkt bildete die Keynote Lecture von Derek Penslar (Harvard University) mit dem Titel „Jews, Universities, and the Discourse of Betrayal“. Ausgehend von der aktuellen Situation jüdischer Studierender und Lehrender an US-amerikanischen Hochschulen zeichnete Penslar die Entwicklung jüdischer Reaktionen auf Antisemitismus seit dem 19. Jahrhundert nach. Penslar zeigte, dass der heutige Vorwurf des „Verrats“ gegenüber akademischen Institutionen in einem historisch gewachsenen Vertrauen in die amerikanische Gesellschaft wurzelt – ein Vertrauen, das durch aktuelle antisemitische Vorfälle, insbesondere seit dem 7. Oktober 2023, tief erschüttert wurde. Seine Analyse rückte Emotionen wie Zugehörigkeit, Entfremdung und Vertrauen in den Mittelpunkt und verdeutlichte die gegenseitige Durchdringung von Emotionen, Politik und Gesellschaft.

Die Konferenz eröffnete neue Perspektiven auf die jüdische Geschichte, regte zur Auseinandersetzung mit methodischen und theoretischen Herausforderungen der historischen Emotionsforschung an und war eine bereichernde Veranstaltung für alle Forschenden, die sich mit jüdischer Emotionsgeschichte beschäftigen. Wir bedanken uns bei allen Beteiligten für die rege Teilnahme!

Weitere Informationen zur Konferenz finden Sie hier

 

Forschungskolloquium Jüdische Geschichte im Rahmen des Oberseminars „Das jüdische Mittelmeer“ Sommersemester 2024

Mittwochs, 10-11.30 Uhr
Philosophikum, Seminarraum S57
 

8. Mai 2024
Avner Ofrath (Freie Universität Berlin)
A Language of One’s Own: Unearthing Judeo-Arabic political writing in the late
nineteenth-century Maghreb


15. Mai 2024
Tamir Karkason (Martin-Luther-Universität Halle)
Being Turkinos in the 1950s: Turkish Diasporas between Israel and Turkey (a joint project with Aviad Moreno, Ben-Gurion University of the Negev)


29. Mai 2024
Michal Ohana (Martin-Luther-Universität Halle)
Raphael Moshe Elbaz's Kise ha Melakhim: Merging Jewish, North African and
Universal History


5. Juni 2024
Allyson Gonzalez (Universität Potsdam)
Painting the 'New Woman': Maxa Nordau and the Art of the Intimate

 

26. Juni 2024

Asya Dördü (Universität zu Köln)
Gefühle als Ressourcen. Ein emotionsgeschichtlicher Zugang zum politischen Denken und Handeln von Max Bodenheimer. 


3. Juli 2024
Susanne Härtel (Humboldt-Universität Berlin)
Die rabbinische Autorität des Konstantinopolitaners Eliyahu Mizraḥi in ihren
mediterranen Konstellationen um 1500


10. Juli 2024
Franziska Weinmann (LMU München)
Aspekte einer jüdischen Mittelmeergeschichte in den Werken von Nachum Slouschz
(1872-1966)

Studientag Toledot Jeschu am 27. Juni 2023

Am 27. Juni 2023 findet unter der Leitung von Herrn PD Dr. Francesco Zanella ein Studientag zu den Toledot Jeschu am Martin-Buber-Institut für Judaistik statt. Internationale Forschende werden sich in ihren Beiträgen aus unterschiedlichen Blickwinkeln mit dem Thema befassen. Interessierte können sich weiterhin bei Herrn Zanella zur Teilnahme anmelden: zanella@uni-bonn.de

Weitere Informationen entnehmen Sie bitte dem Flyer. 

Dr. Carlo Gentile mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet

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Der Botschafter der Bundesrepublik Deutschland Viktor Elbling hat am 15. März 2022 dem Historiker Carlo Gentile, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Martin-Buber-Institut für Judaistik, das ihm am 2. Dezember 2021 vom Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier verliehene Bundesverdienstkreuz am Bande für seinen „Beitrag zu der deutsch-italienischen Erinnerungskultur“ überreicht. 

In seiner Ansprache betonte Botschafter Elbling dessen herausragende Rolle in der Erforschung der italienisch-deutschen Vergangenheit. „Sie haben die Forschung ohne Polemiken vorangebracht, immer konkret und nüchtern auf der Suche nach der historischen Wahrheit und ihren Folgen für unser Zusammenleben in der Gegenwart." Der Botschafter erklärte ferner: “Wir sind schockiert über die Bilder des Angriffs auf die Ukraine, weil wir dachten, dass der Krieg in Europa jetzt nur noch eine ferne Erinnerung sei, die in unserer Zeit undenkbar war. Und doch wissen Sie, Dr. Gentile, genau, historische Ereignisse können nicht in Büchern eingeschlossen werden, indem man sie als abgeschlossen betrachtet, fern von unserem Leben und unserer Realität. Wir müssen uns damit auseinandersetzen und ihre Bedeutung an zukünftige Generationen weitergeben. Wir müssen danach streben, die Dynamiken der Vergangenheit zu verstehen, um ihre Wiederkehr zu verhindern. Wissenschaftler wie Sie helfen uns bei dieser wichtigen Aufgabe: der Verteidigung von Frieden und Demokratie, von Werten, die auf den Trümmern eines desaströsen Krieges aufgebaut sind.”

Frühere Veranstaltungen

Einführung in den Synagogengesang

Rabbiner Dr. Daniel S. Katz und Prof. Dr. Mark Kligman, Mittwoch 11.05.2022, 17-18.30 Uhr

Liturgischer und Biblischer Gesang
                Rabbiner Dr. Daniel S. Katz
                Martin-Buber-Institut, Universität zu Köln

        Liturgische Chormusik
                Professor Dr. Mark Kligman
                Herb Alpert School of Music, University of California at Los Angeles

Diese Lehrveranstaltung dient dem Zweck, einer deutschen Zuhörerschaft die Grundprinzipien und -kenntnisse der Praxis und Entwicklung synagogalen Gesangs vorzustellen. Herr Rabbiner Dr. Katz wird die Rolle des Synagogenkantors und die Prinzipien der biblischen und liturgischen Kantillation besprechen, während Herr Prof. Dr. Kligman die Entwicklung und Geschichte der Chormusik in der Synagoge vorstellt. In diesem Programm handelt es sich um die Musik im aschkenasischen (deutschen und osteuropäischen) Ritus.

 

Konzert: "Geistliche und weltliche Chormusik Jüdischer Komponisten des 19.Jahrhunderts"

Kölnische Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit und Kölner Akademie, Sonntag 15.Mai, 15:00 Uhr, Groß St. Martin Köln

Zur Feier von 1700 Jahre jüdischen Lebens in Deutschland präsentiert die Kölner Akademie ein Programm mit geistlicher und weltlicher Musik jüdischer Komponisten des 19. Jahrhunderts, die heute nur noch selten zu hören ist. Die geistlichen Texte stammen sowohl aus jüdischen als auch aus christlichen Quellen und verbinden so diese beiden Religionen, während die weltlichen Texte von bekannten Dichtern des 19. Jahrhunderts geschrieben wurden.

Obwohl sie zu Lebzeiten berühmt und bekannt waren, sind diese Komponisten und ihre Musik – mit Ausnahme von Mendelssohn – alle vergessen.

Weitere Informationen finden Sie hier.

 

Vortrag: "Antisemitimus: Eine deutsche Geschichte"

Kölnische Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit, Dienstag 17. Mai, 18:00 Uhr, Kartäuserkirche Köln

Die Kölnische Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit konnte für ihre Veranstaltung zur Woche der Brüderlichkeit den renommierten Historiker Peter Longerich gewinnen. Im Rahmen der Veranstaltung wird er sein im vergangenen Jahr erschienenes Buch »Antisemitismus: Eine deutsche Geschichte« vorstellen, in dem er eine historische Analyse des Antisemitismus vornimmt. Im Buch wendet er sich gegen die These, die religiös motivierte Judenfeindschaft habe sich erst im Zuge der Nationswerdung Deutschlands zum politisch-gesellschaftlichen Antisemitismus gewandelt. Vielmehr bediente dieser sich einer Palette jahrhundertelang verfestigter Muster. Auch für die Gegenwart konstatiert Longerich den Fortbestand einer historisch tradierten antisemitischen Grundströmung. In seinem Vortrag wird er ferner herausarbeiten, welche Rolle die deutsche Geschichte des Antisemitismus auch für seine gegenwärtigen Formen spielt und in welchem Verhältnis diese zur deutschen Identität stehen.

Weiter Informationen finden Sie hier.

 

Vortrag von Dr. med. Peter Pogany-Wnendt: Mechanismen der Trauma-Übertragung. Auswirkungen der aktuellen Kriegslage in der Ukraine auf die Gefühlserbschaften der Nachkommen von NS-Verfolgten

Lew Kopelew Forum, Neumarkt 18 50667 Köln, Donnerstag 9. Juni, 19 bis 21 Uhr 

Politisch-geschichtliche Ereignisse lösen emotionale Reaktionen in den Einzelnen aus. Sie werden primär durch den Charakter des Ereignisses bestimmt. Sie werden aber auch von eigenen lebensgeschichtlichen Ereignissen beeinflusst. Schließlich werden Gefühlserbschaften aus den Erlebnissen der Vorfahren durch gegenwärtige Erfahrungen aktiviert. Der Vortrag geht der Frage nach, wie Traumata transgenerationell weitergegeben werden und welche Auswirkungen die aktuelle Kriegslage in der Ukraine auf die Gefühlserbschaften der Nachkommen von NS-Verfolgten haben können. 

Zum Vortragenden: Peter Pogany-Wnendt ist Arzt und Psychotherapeut in Köln und 1. Vorsitzender des Arbeitskreises für intergenerationelle Folgen des Holocausts, ehem. PAKH. In seiner Arbeit beschäftigt er sich seit Jahren mit intergenerationellen Folgen des Holocaust und Gefühlserbschaften.

 

Dialog mit Dr. Marion Mäder: "Konzertgespräche: Was ist jüdische Musik?" 

27. Januar 2022, 16-18.30 Uhr, Seminargebäude (106) der Universität zu Köln

Veranstalter: Bundesministerium des Inneren, Martin-Buber-Institut für Judaistik der Universität zu Köln, Salomon Ludwig Steinheim-Institut für deutsch-jüdische Geschichte, 321-2021: 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland e.V.

 

Dialog mit Dr. Marion Mäder: "Konzertgespräche: Was ist jüdische Musik?"

16. Dezember 2021, 16-18.30 Uhr, Seminargebäude (106) der Universität zu Köln

Veranstalter: Bundesministerium des Inneren, Martin-Buber-Institut für Judaistik der Universität zu Köln, Salomon Ludwig Steinheim-Institut für deutsch-jüdische Geschichte, 321-2021: 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland e.V.

 

Vortrag von Dr. Nicolas Berg: "Kulturgeschichtsschreiber der gegenwärtigen Katastrophe". Zeitgeschichte in den Tagebüchern von Victor Klemperer 1942-1945

14. Dezember, 17:45 Uhr, Online

Dieser Vortrag ist Teil der Reihe "Kölner Perspektiven auf die Zeitgeschichte" des Historischen Instituts der Universität zu Köln. Alle Vorträge finden online via Zoom statt.

 

Buchvorstellung "Der jiddische Witz - Eine vergnügliche Geschichte" von Jakob Hessing (Verlag C.H.Beck, 2020)


3. November 2021, 19:00 Uhr, Vortragssaal der Germania Judaica, Kölner Stadtbibliothek


Der aus Armut und Verfolgung geborene Witz des Jiddischen stellt der Not ein Lächeln entgegen, das in dieser Sprache überall zu spüren ist. Den Juden aus dem östlichen Europa war immer bewusst, dass sie im Exil lebten. Nie verfielen sie der Illusion, angekommen oder gesellschaftlich arriviert zu sein, wie die Juden im deutschen Kulturraum es glaubten, bevor sie in den 1930er und 1940er Jahren die bittere Wahrheit des Gegenteils erfahren mussten. Die osteuropäischen Schtetl waren eng und schmutzig, der rechtliche Status ihrer Bewohner war eingeschränkt und der Gegensatz zwischen dem Mythos ihres religiösen Auserwähltseins, den sie im Gottesdienst zelebrierten, und der Alltagswirklichkeit war offenkundig. Durch diese Widersprüche wurde das Jiddische zu einer zutiefst ironischen Sprache. Ihr geht der Jerusalemer Germanist Jakob Hessing in seinem Werk nach.

Das Buch wird im Gespräch zwischen Nicolas Berg (Martin-Buber-Institut) und Ursula Reuter (Germania Judaica) vorgestellt; ausgewählte Passagen werden sowohl in jiddischer wie deutscher Sprache gelesen von Marian Fritsch (Institut für jiddische Kultur, Sprache und Literatur, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf).

 

Nicht ein einziger: Werner Haftmanns Einladungs- und  Erinnerungspolitik. Podiumsdiskussion mit Dr. Carlo Gentile (Martin-Buber-Institut), der Kunsthistorikerin Vincenza Benedetto und der Kuratorin Julia Voss

3. November 2021, 18:30 Uhr, Deutsches Historisches Museum, Berlin

 

Vortrag von Dr. Nicolas Berg: "Kulturgeschichtsschreiber der gegenwärtigen Katastrophe". Zeitgeschichte in den Tagebüchern von Victor Klemperer 1942-1945

14. Dezember, 17:45 Uhr, Online

Dieser Vortrag ist Teil der Reihe "Kölner Perspektiven auf die Zeitgeschichte" des Historischen Instituts der Universität zu Köln. Alle Vorträge finden online via Zoom statt.

 

Buchvorstellung "Der jiddische Witz - Eine vergnügliche Geschichte" von Jakob Hessing (Verlag C.H.Beck, 2020)


3. November 2021, 19:00 Uhr, Vortragssaal der Germania Judaica, Kölner Stadtbibliothek


Der aus Armut und Verfolgung geborene Witz des Jiddischen stellt der Not ein Lächeln entgegen, das in dieser Sprache überall zu spüren ist. Den Juden aus dem östlichen Europa war immer bewusst, dass sie im Exil lebten. Nie verfielen sie der Illusion, angekommen oder gesellschaftlich arriviert zu sein, wie die Juden im deutschen Kulturraum es glaubten, bevor sie in den 1930er und 1940er Jahren die bittere Wahrheit des Gegenteils erfahren mussten. Die osteuropäischen Schtetl waren eng und schmutzig, der rechtliche Status ihrer Bewohner war eingeschränkt und der Gegensatz zwischen dem Mythos ihres religiösen Auserwähltseins, den sie im Gottesdienst zelebrierten, und der Alltagswirklichkeit war offenkundig. Durch diese Widersprüche wurde das Jiddische zu einer zutiefst ironischen Sprache. Ihr geht der Jerusalemer Germanist Jakob Hessing in seinem Werk nach.

Das Buch wird im Gespräch zwischen Nicolas Berg (Martin-Buber-Institut) und Ursula Reuter (Germania Judaica) vorgestellt; ausgewählte Passagen werden sowohl in jiddischer wie deutscher Sprache gelesen von Marian Fritsch (Institut für jiddische Kultur, Sprache und Literatur, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf).

 

Nicht ein einziger: Werner Haftmanns Einladungs- und  Erinnerungspolitik. Podiumsdiskussion mit Dr. Carlo Gentile (Martin-Buber-Institut), der Kunsthistorikerin Vincenza Benedetto und der Kuratorin Julia Voss

3. November 2021, 18:30 Uhr, Deutsches Historisches Museum, Berlin

 

Tagung: Welche Geschichtserzählung für die Öffentlichkeit? Faschismus und Nationalsozialismus in Geschichtsschreibung und Massenmedien

11.-13. Oktober 2021, Villa Vigoni, Mailand

Dr. Carlo Gentile ist Gast und Referent in der Villa Vigoni, wo er über seine Forschungen zu Massenverbrechen der deutschen Wehrmacht in Italien während des Zweiten Weltkriegs berichtet.

 

Vortrag von Dr. Nicolas Berg: Beobachter der kranken deutschen Zeit. Das "Dritte Reich" und seine Folgen in den Erinnerungen von Sebastian Haffner, Dolf Sternberger und Horst Krüger

6. Oktober 2021, Haus Königshügel der RWTH Aachen

Der Beitrag findet im Rahmen der Tagung Aggregate der Gegenwart: Entgrenzte Literaturen und gegenläufige Erinnerungen statt, die von Hans-Joachim Hahn und Christine Waltschmidt anlässlich des Doppeljubiläums von Stephan Braeses 60. Geburtstag und des 30-jährigen Bestehens der Ludwig-Strauß-Professur für Europäisch-jüdische Literatur- und Kulturgeschichte an der RWTH Aachen vom 5.–7. Oktober 2021 im Haus Königshügel ausgerichtet wird.  

 

War, Violence and the Image of Soldiers: 
Between Private Memories and Public Representation

An International Workshop within the Framework of the Project
The Massacres in Occupied Italy (1943-45) 
According to the Memories of the Perpetrators 

Martin-Buber-Institute for Jewish Studies
University of Cologne
27th February 2020

The memory of the catastrophes of the 20th century is directly linked to the violence suffered. Historical research, and in particular oral history, has taken the point of view of the victims from an ethical perspective. However, this approach has its limitations. In the public and educational spheres, identification with victims paradoxically prevents us from really seeing and perceiving them. In the Nineties, a new field of research was introduced: Täterforschung - researching perpetrators. Its purpose is to analyze the psychological mechanisms, biographies and political careers, mentalities and motivations that led thousands of Germans to accept mass violence against defenseless people as legally justified.

Supported by the German-Italian Fund for the Future of the Ministry of Foreign Affairs of the Federal Republic of Germany, our project has the purpose of developing multimedia educational tools focused on the perpetrators of the massacres of the Second World War in Italy. These tools should become available to schools, exhibitions, and installations in memorials and museums. 

Thus, the project is situated between different and often separate disciplines, such as academic historical research, public history and the didactics of history. With our project, we aim to disclose the memories of the perpetrators, to reconstruct their biographies and mentalities, as well as to collect evidence of trauma within their families. 

In the first session of this workshop, we will discuss images and representations of soldiers in Germany, Italy and the Anglo-American world. We will focus on how German and Italian post-war societies have represented and elaborated images of WWII German soldiers.

In the second session, the workgroup will discuss the project‘s aims and methods and present its sources. This will include interviews with war criminals, documents from public archives and private collections relating to the German war experience in Italy, findings on the representation of the Täter in Italy and a bibliographical excursus into current trends of Täterforschung.

Program

09:30-12:30 First Session

The Image of WWII Soldiers between Memory and Social Construction

Daniel Brewing (RWTH Aachen): The German Soldier in Postwar German Discourses 

Ben Shepherd (Glasgow Caledonian University): The Anglo-American Enemy in German Eyes

10:30-10:45 Coffee Break

Amedeo Osti Guerrazzi (Fondazione Museo della Shoah, Rome): A Sense of Wonder? Fascists’ Images of German Soldiers
Toni Rovatti (University of Bologna): Images of German and Italian Täter in Postwar Trials

Discussion

12:45-13:45 Break

14:00-17:00 Second Session

Presentation of the Project and Work Progress Reports

The Massacres in Occupied Italy (1943-45) According to the Memory of the Perpetrators

Discussant: Lutz Klinkhammer (German Historical Institute Rome)

Carlo Gentile (University of Cologne): Täter in Italien: Chances and Challenges

Udo Gümpel (TV-Journalist): Interviewing Perpetrators of Mass Violence in Italy

Francesco Corniani (University of Cologne): Writing about War and Violence: Ego-Documents on German War Experience in Italy

15:15-15:30 Coffee Break

Elena Pirazzoli (University of Cologne): Absences, Stereotypes, Exceptions: Representations of the Täter in Italian Places of Memory

Aiko Hillen (University of Cologne): Current Trends in Täterforschung. An Excursus

Discussion

 

Vortrag von Dr. phil. Géraldine Roux (Direktorin des Raschi Institus in Troyes): "Maimonides und Meister Eckhart und die allegorische Interpretation der Bibel.“

17. Januar 2019, 15 Uhr, Martin-Buber-Institut 

 

Diskussion mit Adriana Altaras und Dr. Carlo Gentile im Rahmen der Filmaufführung von "Der vergessene Krieg"

7. Mai 2018, 19 Uhr, Akademie der Künste Hamburg 

(weitere Informationen)

 

Vortrag von PD Dr. Ursula Schattner-Rieser: “Echoes from the Exile and the Aramean Past: Wilderness Themes in the Aramaic Qumran Texts, from Aḥiqar to Tobit”

29. April 2018, 12 Uhr, Hebrew University Jerusalem

 

Vortrag von Prof. Dr. Mark R. Cohen: Modern Myths of Muslim Anti-Semitism

20. Januar 2017, 16 Uhr, Universität zu Köln

Today we hear and read harsh expressions of anti-Semitism emanating from the Arab and non-Arab Muslim world. Some of the cartoons associated with this anti-Semitism recall the worst kind of iconography in European anti-Semitism. But is contemporary Muslim anti-Semitism derived from ancient Islamic texts, as far back as the Qur’an, as many in the West claim? Or is it a modern phenomenon, related to developments in the last two centuries? The lecture will address these questions.

 

Vortrag von PD Dr. Christa Müller-Kessler: Neue Entdeckung in den Palimpsest Handschriften aus dem St. Katharinen-Kloser

22. Juni 2017, 19.15 Uhr, Universität zu Köln

 

Vortrag von Dr. Rachel Furst: Independent Actors? Husbands and Wives in the Jewish Courts of Medieval Germany

08. November 2016, 19 Uhr, Universität zu Köln

Medieval Jews turned to the Jewish courts of Northern Europe to adjudicate a range of personal and communal disputes, but marital conflicts rank high among the issues that brought them before the bench. How did judges negotiate discord between spouses, and what strategies did men and women develop to achieve favorable ends? More specifically, how did the financial constraints that Jewish law imposed upon married women impact their ability to litigate against their spouses or other opponents?

 

Filmpremiere von “Wir sind Juden aus Breslau” in Anwesenheit von Dr. Philipp Lenhard und Dirk Szuszies

20. November 2016, 18 Uhr, Odeon Lichtspieltheater Köln 

In Zusammenarbeit mit dem NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln, der Deutsch-Polnischen Gesellschaft Köln-Bonn e.V., dem Lew Kopelew Forum e.V. und dem Martin-Buber-Institut für Judaistik der Universität zu Köln